Es trug sich zu anno domini 1994 auf einem Mittelaltermarkt, wo ein noch bartloser Geselle sein Unwesen trieb. Dieser nahm seinen ganzen Mut zusammen, begann zu musizieren und zu singen.
Bald darauf war er dicht umlagert. Denn den Leuten gefiel was sie sahen und hörten.
So beginnt die Geschichte des Max von Gluchowe. Landauf, landab ist der Glauchauer heute als Spielmann bekannt. Max schlägt die Laute und zupft die Cister, reißt Possen und Witze. Auch Sackpfeife, Mandola und Schalmei sind seine täglichen Begleiter. Die Sucht nach den Glitzeraugen im Volk führt ihn auf Reisen zu mittelalterlichen und historischen Märkten, zu Banketten und Ritteressen. Verliebt in die Zeit der Gaukler, Spielleute, Ritter und Knappen, liest Max Schriften und Bücher, beschäftigt sich mit Lyrik und schafft sich so sein eigenes Bild.
Bleibt ihm noch Zeit, näht er an Kostümen, besucht Museen und mittelalterliche Plätze.
Berühmt - berüchtigt ist Max für sein Lästermaul: Seine Fresse müsse nochmals totgeschlagen und extra begraben werden, wenn er einmal verstorben wäre, so meinen es einige Zeitgenossen. Auch der Ruf des Weiberfeindes eilt ihm voraus. Jedoch zu unrecht. Denn die Lieder für das holde Weibsvolk brachten ihm den Namen "Bartholomäus Maximus Liebfrauenkuß" ein.
"Ich möcht als Spielmann reisen, weit in die Welt hinaus und singen meine Weisen und ziehen von Haus zu Haus."
Diese Strophe des Romantikers Freiherr Joseph v. Eichendorf wählte Max zu seinem Lebensmotto, und zieht von Haus zu Haus, von Burg zu Burg, quer durch Deutschland. Doch manchmal schlüpft er auch in andere Rollen: Auf der Thüringischen Leuchtenburg wird Max zum Prinz Eisenherz. Auf der Festung Königstein verwandelt er sich zum Festungskommandant Friedrich Wilhelm von Kyaw. Und trifft man demnächst auf Karl Stülpner, so könnte unter diesem Gewand auch der Max stecken.

1994

1995

1996
1997

1999

2000
Stadtstreicher / Juni 1997 / Großraum Chemnitz / (Mofi)

Max von Gluchowe
Die Sucht nach den Glitzeraugen